„Sieben Kugeln zum Turm der Testuden“ – Slov ant Gali

 

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Sieben Kugeln zum Turm

am 2. Juni 2014 Format: TaschenbuchVerifizierter Kauf
Sehr spannend und phantasievoll geschrieben. Aber auch viel Nachdenkenswertes: Technische Entwicklung im Gegensatz zur moralischen Entwicklung. Viel Bekanntes aus Berlin und Umgebung zu finden.Unbedingt lesen!

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War erst skeptisch

am 26. Mai 2014 Format: TaschenbuchVerifizierter Kauf
Ich bin eigentlich kein Fan von utopischer Literatur. Aber da mir das Buch empfohlen wurde, habe ich mich mit leichten Vorurteilen ans Lesen gemacht. Und ich muss sagen, ich wurde positiv überrascht.
Obwohl die Handlung utopisch ist (oder vielleicht in naher Zukunft auch nicht?) war das ganze Buch spannend, teilweise auch komisch und ich war gefesselt.
Vielleicht fiel mir der Einstieg so leicht, weil das „Unheil“ in meiner näheren Umgebung – in Berlin-Hellersdorf – beginnt. Also ein Ort, den ich kenne, ein Bild vor Augen habe.
Nun wollte ich doch wissen, ob jemand ein Gegenmittel gegen die Sikroben entwickelt. Petra hat es mit Hilfe ihres Teams geschafft, aber was hat sie daraus gemacht? Sie wollte mehr – mehr Eigentum, mehr Geld, mehr Macht – und letztendlich hat sie es verloren.
Ob es Außerirdische gibt, die ihre Spuren bei uns hinterlassen – wer kann das so endgültig beantworten?
Auf jeden Fall ist dies ein Buch, das spannend ist, aber auch zum Nachdenken anregt.

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Spannende Unterhaltung mit wissenschaftlichem Anspruch 30. April 2014
Von Magdalene Georg
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Nachdem ich das Buch „Gemeinschaft der Glückssüchtigen“ des Autors Slov ant Gali geschenkt bekommen und verschlungen hatte, erwartete ich bei seinem nächsten Werk eine ähnliche politische Thematik, wurde aber dahingehend überrascht, dass „Sieben Kugeln zum Turm der Testuden“ in erster Linie ein Science-Fiction-Roman ist und zwar einer, den ich als Erwachsene ebenso gern gelesen habe wie mein halbwüchsiger Sohn. Die Handlung des Romans ist zeitlich zweigeteilt. Sie beginnt mit dem Fund von sieben Kugeln, die eine Gruppe von Kindern unter sich aufteilt mit dem Schwur, dadurch einen „Bund fürs Leben“ einzugehen. Mehr oder weniger unfreiwillig tun sie das tatsächlich, was sich einigen von ihnen aber erst erschließt, als sie längst erwachsen sind. Dies ist der Zeitraum, in dem der zweite Teil der Geschichte spielt, festgemacht an der Heldin Marie Kutasi, knapp 16 Jahre alt und immer ein bisschen anders, ein bisschen verrückter als andere. Mit Spannung verfolgt der Leser, wie sie mit den teilweise Katastrophen auslösenden Kräften ausgeht, die den nach Jahren wieder aufgetauchten Kugeln entstammen, und wie sie es schafft, gemeinsam mit ihrer Freundin Julia, vor allem aber mit Jens Marder und Sonja Zarge, zwei der sieben Kugelbesitzer, und deren „Klonies“ die eigentliche Bedeutung der Kugeln zu entschlüsseln und sie letztlich ihrer wahren Bestimmung zuzuführen. Petra Herbst, verkannte geniale Unternehmerin und Wissenschaftlerin, entpuppt sich als machtversessene Gegenspielerin. Sie schafft es, mithilfe ihres kongenialen Forschungskollegen die Kräfte der fremden Kugeln zu beherrschen und für sich arbeiten zu lassen und so zu ungeheurer wirtschaftlicher Bedeutung zu gelangen. Der Umgang der Menschen untereinander, sobald diese ihren Lebenszweck alleine in der Vergrößerung ihres Vermögens sehen, macht ein weiteres, nicht weniger packendes Element der Handlung aus. Und hier schloss sich für mich wieder der Kreis: So ganz kann der Autor auch in diesem Buch seine politischen Ansichten nicht verleugnen – und das ist auch gut so.
Als hilfreich habe ich empfunden, dass Slov ant Gali mit „Wikikuglia“ eine Art Lexikon im Internet zur Verfügung stellt, in dem man nicht nur Leseproben findet, sondern auch die eine oder andere Verknüpfung zwischen den Protagonisten „nachschlagen“ kann. Fazit: Ein sehr fesselndes und intensiv geschriebenes Buch.

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Spannung bleibt auch, als Berlin untergegangen ist – viele Ideen künstlicher Intelligenz in heutiger Welt 6. Mai 2014
Von Rosuff
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Wer hat nicht schon einmal aufgeschrien: Was habe ich da nur angerichtet?
Als die Kinder um Rahman jene leichten harten Kugeln zu ihren „Schwurkugeln“ erklären, ahnen sie nicht, dass das das Vorspiel zu einem Grauen ist, dem nicht nur Berlin zum Opfer fällt. Als Leser packte mich das Unheimliche ganz allmählich. Kein oberflächliches Splatterzeug, sondern immer neu Bangen in scheinbaren Idyllen, was denn nun DAS wieder bedeutet. Die Halluzination mit Hornissen wird im Wechsel mit einer modernen Horrorvision vom entfesselten Brei erzählt. Warum? Als Vielleser ahnt man, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt.
Der besonderen Bedeutung des Vorspiels ist geschuldet, dass die Hauptfigur erst später in Erscheinung tritt: Eine renitente Schülerin einer 10. Klasse in Eberswalde. Die ist mir wahrscheinlich deshalb so sympathisch, weil sie keine Moden mitmacht sondern welche macht – und sei es aus reinem Widerspruchsgeist. Und wenn sie wieder einmal ein Chaos verursacht hat, sagt sie „Ist ja nichts passiert!“ dazu. Insofern eignet sie sich nur bedingt zum Vorbild für den verantwortungsbewussten, strebsamen Jugendlichen. Aber sie kämpft: Als sie mit dem bevorstehenden Tod rechnet, will sie zumindest etwas tun, auch wenn sie wie alle anderen nicht weiß was, als sie sich einer entfesselten Supermacht gegenüber weiß, versucht sie scheinbar Unmögliches und spielt Superagentin.
Übrigens finde ich auch die Lehrerin Sonja interessant. Eigentlich scheitert sie immer wieder. Sie will das Beste, aber wenn es dann praktisch wird, gibt sie höchstens ungewollt der Powerfrau Petra den entscheidenden Tipp, wie sie sowohl die Welt rettet als auch ihr eigenes Imperium aufbaut.
Ja, die Frauen kommen insgesamt sowieso besser weg.
Viele SF-Romane kosten eine Grundidee des Autors bis zur Neige aus, machen aus ihr unmöglichst viele Buchseiten – Slov ant Gali reiht dagegen verschiedenartige Ideen aneinander, dass man selten zu Atem kommt. Und nach dem Durchlesen merkte ich überrascht, dass sehr viele „Was wäre wenn, …“ durchgespielt worden sind.
Ein Wermutstropfen: Die, die die Kugeln den Menschen geschickt haben, bleiben bis zum Schluss konturlos. Man muss sich an das halten, was sie aus und mit den Menschen machen, die mit ihnen in Berührung kommen.

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Eine sehr gegenwärtige Zukunft 5. Mai 2014
Von Tanja Martin
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Habe das Buch an einem Wochenende durchgelesen und es kribbelte nur so vor Spannung. Mitunter war ich dem Autor böse, wenn er gerade an der Stelle, an der ich unbedingt hätte wissen wollen, wie es weitergeht, zu einem anderen Handlungsort blendete. Das war besonders bei der Idee mit den Hornissen der Fall. Immer blieb da das Gefühl, da kommt noch etwas.
Ein Kommissar mit Bernhardinerkopf-T-Shirt ist mir bisher noch nicht begegnet. Es machte richtig Spaß, wie dieser Typ, der wohl nur seine Ruhe haben wollte, immer wieder zum Handeln getrieben wird – von der sympathisch verrückten Marie, von den neue Monster erschaffenden Mädchen in seinem Garten und von der überehrgeizigen Petra, die ihn für ihre Weltherrschaftspläne einspannen will. So richtig ein Held wider Willen.
Was ist die Idee des Buches? Außerirdische hinterlassen sieben Kugeln auf der Erde mit Programmen drin, die die Menschen selbst aktivieren, wenn sie technisch reif dafür sind. Diese Programme sollten der Kontaktaufnahme dienen, sie enthalten aber auch Kräfte, die die Weltwirtschaft der Menschheit umkrempeln kann. So ist ihre Beherrschung der Schlüssel zu gewaltiger Macht.
Das Utopische? Die Idee der Kontaktaufnahme ermöglicht zumindest den Außerirdischen, lange Zeiträume abzuwarten. Die Erfindungen? Die eine ist noch nicht fertig erklärt, da kommt schon die nächste – immer zwischen Horror und Komik schaukelnd. Ich sah jedenfalls das Hochhaus „Wolkenfinger“ der Petra Herbst zusammenfallen – aufgefressen von außerirdischen Schildkröten und irgendwelche Wissenschaftler versuchen sie in Körben wegzutragen.
Eine Lehre? Ja. Im Moment eindeutig: Je weniger Macht in einzelnen Händen steckt, umso besser. Solche Idealisten wie die Marie, die sich zur Agentin machen lässt, nur um die Welt zu retten, sind sowieso selten. Ich fürchte, solche Scarians und die Buchhalter, die alle nur auf die Schwäche ihrer Chefin warten, um selbst reich zu werden, die geben den Ton an in unserer Welt.
Schade, dass man so wenig über die „Tschoms“, also die Außerirdischen, erfährt und über die ausgeflippte Marie nach ihrer Reise zu ihnen. Und eines stimmt dann irgendwann auch nicht mehr: Jule, die beste Freundin, geht bald ihren eigenen Weg. Solche Maries gibt es zu wenig, solche, die auch ohne Förderung durch außerirdische Kristalle um eigene Meinungen ringen. Auch wenn ihr Anlass, dieses blöde Sektenbuch, nicht gut war … wäre Marie nicht dem Verderben entgegen gezogen, während alle „Normalos“ flüchteten, wäre nachher kein Sieg über die Sikrobenflut möglich gewesen.

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